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03. Mai 2003

Stolz auf zehn Jahre

Mit mehr als acht Monaten Verspätung feierten die Schüler und Lehrer der Mittelschule Tiefenbach in Böhrigen gestern ihr zehnjähriges Jubiläum. “Eigentlich sollte das Fest schon am letzten Augustwochenende des vergangenen Jahres über die Bühne gehen. Die Vorbereitungen waren schon sehr weit gediehen. Aber dann hat uns die Flut einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht“, erklärte Schulleiter Frank Dittmann, der von Anfang an in der Böhrigener Bildungseinrichtung die Fäden in der Hand hält. Doch die Flut sollte die Pläne keineswegs ganz zu nichte machen. Deshalb wurde das Fest nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. “Im Herbst haben wir erneut mit den Vorbereitungen für die Jubiläumsfeier begonnen und die alten Pläne wieder aus der Schublade geholt“, sagte Dittmann. Dass die Schüler bei dem Fest voll mitzogen, verstand sich beinahe von selbst. “Wir haben heute keinen Unterricht. Das ist schon etwas Besonderes“, nannte Falk Thum aus der Klasse 8a einen der positiven Aspekte der Jubiläumsfeier. Doch nicht nur der schulfreie Tag und das vielfältige Programm sorgten gestern für gute Laune. So durften zwei Schüler am Abend mit einer saftigen Prämie nach Hause gehen. Daniela Langhof aus der Klasse zehn schnitt beim Wissensquiz als Beste ab und erhielt dafür einen Gutschein für eine Ballonfahrt. “Wir haben Fragen zu den umliegenden Ortschaften gestellt. Immerhin kommen unsere Schüler aus fast 30 verschiedenen Dörfern und Städten. Da ist es gut, einmal mehr über die Heimat der Schulkameraden zu erfahren“, erklärte Lehrerin Marion Jahn, Mitinitiatorin des Wissensquiz‘. Auch der Siebentklässler Felix Brauer brauchte gestern nicht mit leeren Händen die Schule verlassen gehen. Er hatte bei der Tombola die Nase vorn und darf nun gemeinsam mit seinen Eltern ein Wochenende lang mit einem neuen Opel Vectra des Autohauses Scheffler durch die Gegend düsen. Den Abschluss der Feier bildete ein großes, romantisches Lagerfeuer am Rande des Sportplatzes. Für den Schulleiter bot die Festveranstaltung die Gelegenheit, einen kleinen Rückblick zu wagen. “Natürlich war die Entwicklung nicht immer ohne Widersprüche. Aber nach zehn Jahren können wir wohl mit Fug und Recht behaupten, dass wir aus dieser Schule etwas gemacht haben. Wenn man sich heute umschaut dann wird schnell klar, dass nur wenige Landschulen die schweren Zeiten überlebt haben, zumindest bisher“, resümierte Dittmann.

 

30. April 2003

Aller guten Dinge sind drei

Unmittelbar an der Autobahn auf Berbersdorfer und Schmalbacher Flur wird eine Gewerbevorratsfläche ausgewiesen. “Sie ist der Ansiedlung für Großunternehmen vorbehalten und außer in unserem Flächennutzungsplan auch im Landesentwicklungsplan enthalten“, erklärt Bürgermeister Armin Zill. Es ist bereits der dritte Anlauf, zu einem gültigen Flächennutzungsplan zu kommen. Nach der Wende haben die damals noch selbstständigen Gemeinden versucht, Flächennutzungsplänen zu erarbeiten. Dann kam es zum Zusammenschluss mehrere Dörfer zur Großgemeinde Tiefenbach und Striegistal - und wieder musste neu geplant werden. Schließlich haben nun Tiefenbach und die Nachbargemeinde Striegistal eine Verwaltungsgemeinschaft gebildet und erneut musste ein solches Dokument in Auftrag gegeben werden. Der fertig gestellte Plan wurde im Frühjahr des vergangenen Jahres zur Genehmigung eingereicht, aber durch das Regierungspräsidium Chemnitz aufgrund von Formfehlern zurückgewiesen. Unter anderem lag der Plan einen Tag zu kurz öffentlich aus. “Über viele Punkte lässt sich sicher streiten. Aber es muss ein Kompromiss gefunden werden“, erklärt Armin Zill. Er will an den Kernpunkten des Flächennutzungsplanes nicht rütteln lassen. “Wir haben keine überzogenen Forderungen gestellt. Der Plan soll den Gemeinden helfen, den ländlichen Charakter zu erhalten“, sagt Zill. Sein Striegistaler Amtskollege Bernd Wagner gibt sich diplomatisch. “Natürlich hat der Amtsschimmel wieder einmal weit über die Grenzen der Verwaltungsgemeinschaft hinaus gewiehert“, sagte er. Der Plan sieht unter anderem vor, vorhandene Wohngebiete im bescheidenen Maße zu erweitern und Baulücken zu schließen. Ähnliches ist auch bei den Gewerbegebieten geplant, da einer großflächigen Erweiterung durch Natur- und Landschaftsschutzgebiete Fesseln angelegt sind. Der Flächennutzungsplan soll demnächst erneut öffentlich ausgelegt werden, um Anregungen und Bedenken entgegen zu nehmen. Noch vor der Sommerpausen wird er ans Regierungspräsidium zur Genehmigung übergeben.

 

16. April 2003

Geflügelzüchter bringen Ostereier

Im Handumdrehen waren bei Marie, Sarah, Lena, Steve und den anderen Steppkes des Kindergartens Waldblick in Böhrigen die Sandförmchen, Bälle und Springseile vergessen. Roland Kluge vom Rassegeflügelzüchterverein Arnsdorf und Umgebung hat traditionell einen großen Korb mit Eiern vorbeigebracht. “Oh... - so viele Ostereier“, staunten die Kinder. Aber dann waren sie doch ein wenig enttäuscht, dass die Eier gar nicht so richtig wie die Geschenke vom Osterhasen aussahen. “Die sind ja nicht bunt und glänzend“, klang es aus der Schar. Aber Erzieherin Carola Backofen erklärt, wie die Sache mit den Eiern zu verstehen sei. “Zusammen mit den Eltern werden wir die Eier bunt anmalen und lustig gestalten“, sagt Carola Backofen. Und dann hole sie der Osterhase ab und verstecke sie im Wald, so die Erzieherin. Der Geflügelverein hat es zur schönen Tradition werden lassen, die Kindergärten der Gemeinde in Etzdorf, Marbach und Böhrigen zum Osterfest mit Eiern zu versorgen. Seit über 35 Jahren trägt er ein paar Tage vor dem Osterfest die zerbrechliche Fracht zu den Kleinen. “Die Eier sind alle aus eigener Produktion der Vereinsmitglieder“, erzählt Roland Kluge. In diesem Jahr werden rund 400 Eier zu den Kindern gebracht, allein die Böhrigener Steppkes vom Waldblick haben 145 Stück erhalten. Am Donnerstag wollen die Mädchen und Jungen dann im Wald ihre Osternester suchen. “Die größeren Kinder wissen schon genau, wo unsere Ostereierwiese ist und sehen bereits jetzt auf den Spaziergängen nach, ob der Osterhase schon etwas versteckt hat“, so Backofen. VF

 

11. April 2003

Vier Container als Klassenräume

Aufgrund der Schließung der Kriebethaler Schule muss die Mittelschule in Böhrigen im kommenden Schuljahr fünf zusätzliche Klassen unterbringen. “Die vorhandenen Kapazitäten lassen die Unterbringung derzeit nicht zu. Daher müssen vier zusätzliche Klassenräume geschaffen werden“, schildert Bürgermeister Armin Zill die Situation. Der Gemeinderat segnete daher den Vorschlag ab, übergangsweise vier “mobile Raummodule“ aufzustellen. Die Klassenzimmer bestehen aus einer Art Container, der nach den Worten des Bürgermeisters jedoch besser ausgestattet ist, als viele normale Klassenräume. Der doppelstöckige Komplex soll eine Grundfläche von zwölf mal 15 Metern haben und auf beiden Etagen über einen Sanitärtrakt verfügen. Aufgestellt werden die Container zwischen dem Schulgebäude und der Roßweiner Straße. Für die auf fünf Jahre festgelegte Anmietung muss die Gemeinde monatlich 2602 Euro bezahlen. Insgesamt schlägt das Projekt mit etwa 160.000 Euro zu Buche. Zill verteidigte auf der jüngsten Gemeinderatssitzung die hohen Ausgaben. Die Raummodule seien die beste Variante. Weitere Möglichkeiten seien die Eröffnung einer Außenstelle, die Nutzung anderer Gebäude in Böhrigen oder ein kostenintensiver Anbau gewesen. Dass die Schülerzahlen stets eine große Unbekannte ist, zeigt sich in diesem Jahr besonders deutlich. Zwar liegt die Anzahl der Zugänge aufgrund der Schließung der Kriebethaler Schule sehr hoch. Doch mit nur 36 neuen Fünftklässlern wurden die Erwartungen keineswegs erfüllt. Um dies im Jahr 2004 zu ändern, will die Mittelschule noch mehr Werbung betreiben und durch die Neugestaltung der Fassade ihr Image aufpolieren. tk

 

08. April 2003

Marbacher Jugend kann gut feiern

Viele Besucher nutzten die Möglichkeit, zum “Tag der offenen Tür“ hinter die Kulissen des Jugendklubs Marbach in der Grundschule zu schauen. “Eigentlich wollten wir im vergangenen September anlässlich des fünfjähriges Bestehens bereits feiern. Doch da kam uns das Hochwasser dazwischen“, so Thorsten Emmrich vom Vorstand des Jugendklubs. Zahlreiche Reparaturen waren nötig geworden. Wie diese erledigt wurden, davon konnten sich die Besucher in den völlig neu gestalteten, moderne Klubräumen selbst ein Bild machen. Stolz zeigten die Marbacher Jugendlichen die modernen sanitären Einrichtungen und die neue Bar den Besuchern. Der Umbau wurde durch Spendengeld ermöglicht. Für die kleine Gäste gab einiges zu erleben. Die Bastelstraße und der Spielplatz wurden von den Kindern dicht umlagert. Die Älteren konnten Billard spielen und Musik hören. Für die Hungrigen wurde auf dem Hof gegrillt. Das angekündigte Lagerfeuer musste jedoch auf Grund des schlechten Wetters ausfallen. “Wir hoffen, dass durch den ‚Tag der offenen Tür‘ das Interesse bei den Jüngeren geweckt wurde und auch die Eltern einen Einblick in unsere Clubaktivitäten erhalten haben“, erklärte Thorsten Emmrich. Dazu gehören neben den täglichen Treffen zum Musikhören und “Quatschen“ auch Ausfahrten und Sportturniere in den Sommermonaten. Der alljährliche Himmelfahrtsausflug mit dem Traktor ist bereits Tradition, ebenso die Fahrt zum VW-Treffen. PZ

 

07. April 2003

Zeitreise mit Sprengung und Fledermaus

Mit einer Zeitreise zurück ins Jahr 1799 wurde am Samstag die diesjährige Saison des Vereins “Segen Gottes Erbstolln“ eingeläutet. Zahlreiche Besucher begaben sich unter Führung der Gersdorfer Knappen mit Schutzhelmen auf den Köpfen in den Adamstollen. Stück für Stück näherten sie sich den mehr als 60 Meter tief gelegenen Stellen des Bergwerkes. Immer wieder machten in den Fels geschlagene Marken deutlich, in welchem Jahr der jeweilige Stollenabschnitt entstand. Nach einem knapp viertelstündigen Fußmarsch erreichten die Hobbyabenteurer einen Hohlraum, in dem Bergleute in historischer Tracht emsig am Werkeln sind. Wie im Jahre 1799, als die Gersdorfer Knappen auf besonders reichhaltige Erzadern stießen, brachen sie in harter Handarbeit die Gesteinsbrocken aus den Wänden. Höhepunkt der Zeitreise war eine kleine Sprengung, die den Knappen und ihren Gästen für kurze Zeit die Sicht vernebelte. Für aufmerksame Besucher gab's am Samstag noch ein weiteres Highlight. Im Adamstollen präsentierte sich eine Fledermaus, die scheinbar den normalerweise im März stattfindenden Abflug verpasst hatte. Sonderlich beeindruckt schien das possierliche Tierchen von den abenteuerlustigen Besuchern nicht zu sein. Sie döste weiter vor sich hin. Auch in den kommenden Monaten wird der Gersdorfer Verein “Segen Gottes Erb-stolln“ immer wieder Führungen über und unter Tage anbieten. In der Regel ist dafür eine Voranmeldung notwendig. Die Termine können unter der Telefonnummer 03432212548 mit den Vereinsmitgliedern vereinbart werden. tk

 

31. März 2003

Sonniger Saisonstart im Kloster Altzella

Die neue Besuchersaison im Kloster Altzella ist eröffnet. Weil den Startschuss etwa 140 Leute erleben wollten, begrüßte Ingrid Welzig, Chefin von Schloss Nossen und des Klosterparkes von Altzella, die Gästeschar am Samstag spontan im Freien. So hatten alle noch etwas mehr von dem herrlichen Frühlingswetter, das bestimmt für diesen oder jenen Besucher Antrieb war, sich auf die Socken zu machen. Daneben gab es einen weiteren Grund, gerade dieses Ziel zu wählen - die Eröffnung der Sonderausstellung “Kutte und Kelter - Die Zisterzienser und der Wein zwischen Citeaux und St. Marienstern“. Darin wird dem Kloster Altzella eine besondere Bedeutung zugesprochen, weil es Weinberge im Elbtal von Lovosice in Tschechien bis nach Diesbar-Seußlitz und darüber hinaus in vielen anderen Gebieten Sachsen besaß. Um auf das Thema einzustimmen, gab es erläuternde Worte von Ingrid Zeidler von der Stiftung “Weingut Hoflößnitz“, deren Mitstreiter die Exposition erarbeitet und zusammengestellt haben. Darüber hinaus stellten Martina Schattkowsky und Andrè Thieme die umfangreiche Publikation “Altzelle - Zisterzienserabtei in Mitteldeutschland und Hauskloster der Wettiner“ mit neuesten Erkenntnissen der Klosterforschung vor. Die Veröffentlichung ist im Kloster erhältlich. Extra wegen des neuen Buches waren Michael und Grit Lindner sogar aus Berlin angereist. Außerdem wollten sie schauen, wie es im Klosterpark nach dem Hochwasser aussieht. Die Sonderausstellung mit Text- und Bildmaterial über Historisches und Gegenwärtiges - in manchen Klöstern wird heute noch Weinbau betrieben oder Produzenten arbeiten auf ehemaligen Klosterland - ist noch bis 30. Juni in Altzella zu sehen. Aufgebaut wurde sie in der früheren Schreiberei. Wer sich dort am Samstag umgeschaut hatte, genoss dann noch den Sonnenschein im Park. Uwe Margra aus Freiberg und seine Familie konnten dabei sogar den Picknick-Korb auspacken. Auch der Döbelner Karl-Heinz Seifert ließ sich die Saisoneröffnung nicht entgehen. Sie sei für ihn jedes Jahr ein fester Termin. Sicher auch, weil dazu üblicherweise ein Rückblick auf die Bauarbeiten in den vergangenen Jahren und eine Vorschau gehören: 2004 jährt sich zum Beispiel die Fertigstellung des Mausoleums der Wettiner zum 200. Mal. Und 2006 kann daran erinnert werden, dass vor fünf Jahrhunderten der Umbau vom Schafstall zur Bibliothek geschafft war. wr

 

16. März 2003

Feuerwehr-Gen im Blut

Wenn der Döbelner Anzeiger die Klose-“Dynastie“ zum Fototermin ins Feuerwehrdepot bittet, dann kommt die Besatzung eines Tanklöschfahrzeuges zusammen: Zehn Männer und Jugendliche im Blau der Feuerwehr. Stephan Klose (74) wurde vor wenigen Tagen für seine 60-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr geehrt. “Ich bin damals noch in Schlesien als Jugendlicher zur Feuerwehr gekommen. Dann musste ich in den Krieg ziehen. Als ich 1949 aus der Gefangenschaft kam, konnte ich nicht mehr in meine Heimat zurück. So hat es mich nach Etzdorf verschlagen“, erzählt der rüstige Rentner. Hier lernte er seine Frau Barbara kennen, mit der er sechs Kinder hat. Da er gleich wieder bei der Feuerwehr mitmischte, damals wurde noch mit Traktor und Hänger zur Brandbekämpfung ausgerückt, interessierten sich seine vier Jungen schon sehr früh für die Feuerwehr. Von 1957 bis 1972 leitete Stephan Klose die Geschicke der Etzdorfer Wehr. Inzwischen waren die Kinder in seine Fußstapfen getreten, Sohn Bernhard löste ihn von 1973 bis 1992 als Wehrleiter in Etzdorf ab. Die Kinder bekamen selbst Kinder und nun sind sogar schon die Urenkel mit von der Partie. Der jüngste Feuerwehrnachwuchs der Kloses heißt Terence (14) und Paul (10). Beide mischen in der Jugendwehr mit. Übrigens ist Stephan Kloses Schwiegersohn Hermann Richter Wehrleiter in Haßlau. Stefan Klose wiederum leitet seit einigen Jahren die Jugendfeuerwehr in Etzdorf. Und Konrad Klose ist stellvertretender Wehrleiter in Böhrigen. Gibt es vielleicht ein spezielles Feuerwehr-Gen bei Kloses? “Das glaube ich nicht. Uns macht die Arbeit in der Feuerwehr einfach Spaß. Es geht um Menschenrettung, aber auch um Weiterbildung und Geselligkeit. Und diese Mischung macht jedenfalls für mich den Reiz aus“, erzählt Felix Klose (24). Nur ein Mal waren Kloses in einem gemeinsamen Einsatz - beim Jahrhundert-Hochwassers im vergangenen Jahr. Was heute anders ist als vor 30 oder 40 Jahren? Stephan Klose muss nicht lange überlegen: “Es war früher einfacher, vom Arbeitgeber für einen Feuerwehreinsatz frei zu bekommen. Wir hatten längst nicht solch moderne Technik, mussten uns mit Handdruckspritzen begnügen. Aber der Zusammenhalt untereinander - der war damals genauso wie heute“, fasst Feuerwehrveteran Stephan Klose seine Erfahrungen zusammen.

 

11. März 2003

Ausbildung findet großen Anklang

Der nach der Flut neu eingerichtete Werkraum war einer der Knüller, den die Besucher des Tages der offenen Tür an der Mittelschule in Augenschein nahmen konnten. Die Einrichtung zeigte sich von ihrer besten Seite und ermöglichte den Gästen auch Einblicke in Biologie-, Chemie- und Physikkabinette. In den Klassenzimmern präsentierten Schüler und Lehrer verschiedene Unterrichtsthemen sowie die Freizeitangebote der Mittelschule (Schach, Musikschule, Theater-AG). Im Hauswirtschaftskabinett stand ein kleiner Imbiss für die hungrigen Besucher bereit. Und während die ehemaligen Schüler in Erinnerungen schwelgten, nutzten viele Eltern die Zeit, um ihre Kinder für das kommende Schuljahr anzumelden. “Bis zum 14. März nehmen wir noch Anmeldungen entgegen. Bis jetzt haben sich bereits zahlreiche Schüler für uns entschieden“, freut sich Schulleiter Frank Dittmann. Mit 295 Jugendlichen herrscht keinesfalls Schülermangel. “Die Kinder kommen aus einem großen Einzugsgebiet. Und da demnächst noch Kinder der Mittelschule Kriebethal hinzukommen, werden wir moderne Container aufstellen, um alle Schüler unterbringen zu können“, berichtete der Schulleiter weiter. Im Frühjahr wird nun vor allem an der Reparatur des Außengeländes nebst Sportplatz gearbeitet, welches durch die Flut fast vollständig zerstört wurde. PZ

 

05. März 2003

Zwerge meistern das Lager

Heiße Schlagermusik der 70er und 80er Jahre erschallt in der Halle des Texil-Mietservice Permaclean. Kein Wunder: Faschingsdienstag geht stets eine Riesenfete im Unternehmen ab. Und die startet mit Arbeitsbeginn 7 Uhr. “Natürlich muss das Tagesziel erreicht werden. Unsere Kunden zwischen Bayern und Berlin warten auf die Auslieferung der Wäsche. Da können wir uns keine Verspätung leisten“, sagt Betriebsleiter Uwe Forberg. Er war unter den bunt kostümierten Mitarbeitern fast nicht zu erkennen, schließlich hatte er sich üppige weibliche Attribute zugelegt, richtige “Silikonhügel“. “Das Klima im Betrieb ist sehr gut, es macht Spaß, bei Permaclean zu arbeiten. Nicht zuletzt wegen der gemeinsamen Feiern, nicht nur zum Fasching“, sagt “Miezekatze“ Kerstin Job. Mindestens fünf Mal im Jahr stellt das 90 Mitarbeiter starke Wäschereiteam gemeinsam etwas auf die Beine. Silvester, Fasching, Weihnachten wird zünftig gefeiert. r Frühling und Sommer werden mit einer Grillfete begrüßt. Außerdem gibt es jährlich ein lustiges Spiel gegen die Kameraden der Ortsfeuerwehr. Letztendlich sind die Mitarbeiter dadurch besonders motiviert, gehen gern zu “Permaclean“ arbeiten, erzählt Uwe Forberg. Die Frauen vom Lager haben sich in diesem Jahr als die “sieben Zwerge“ verkleidet, obwohl sie neun sind. Und Vorarbeiterin Carmen Seyfarth ist als strenge Großmutter mit Krückstock zu erleben. Selbst die Fahrer haben sich etwas einfallen lassen - Andreas Welsch kommt mit Schwimmring und Bademantel daher, als sei er gerade einem Badesee entstiegen. Neben der stimmungsvolen Musik dürfen auch Pfannkuchen und Bowle nicht fehlen. Das Getränk allerdings wird nur in Maßen genossen, denn die Arbeit steht im Fordergrund, sagt Uwe Forberg. Permaclean produziert seit 1996 am Standort Böhrigen. Dabei konnte die Wäsche-Tonnage ständig erhöht und neue Mitarbeiter eingestellt werden. Voraussichtlich noch in diesem Jahr soll der 100. Arbeitnehmer in der Firma eingestellt werden.

 

17. Februar 2003

Neue Räume für Rote-Kreuz-Helfer

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat eine 50-jährige Tradition in Marbach. Zur Feierstunde erinnerten sich Gründungsmitglieder an die Anfangszeit zurück. Bereits 1953 gründeten 15 junge Menschen eine DRK-Ortsgruppe aus der später die noch heute bestehende Jugendrotkreuzgruppe entstand. Als Überraschungsgeschenk können sich die Helfer über neue Räume freuen. Bis jetzt mussten sie mit dem kleinen Sanitätshaus gegenüber dem “Goldenen Anker“ auskommen. In Zukunft werden sie in einer Wohnung in der Hauptstraße 120 ihr Domizil haben. Die Gemeinde versprach, bei der Renovierung und beim Umzug zu helfen. Die Jugendgruppe (JRK) ist mit ihren 26 Mitgliedern eine große Ausnahme in den umliegenden Ortschaften. “Durch viele andere Freizeitangebote ist es heute selten, dass sich Jugendliche für eine Sache ausdauernd begeistern“, erklärte Ortsvorsteherin Heidrun Zill. Herbert Rößger, eines der Gründungsmitglieder des Kreisverbandes, dankte besonders Gruppenleiterin Maren Altmann für ihren jahrelangen Einsatz und ihr Durchhaltevermögen. Ob dies auch die gesamte Gruppe besitzt, wird sich in den nächsten Monaten herausstellen. Denn Maren Altmann wird eine Babypause einlegen. Ihre Vertretung übernehme Mandy Orgiermann. Die 17-Jährige seibereits seit 1994 Mitglied und somit der Aufgabe gewachsen, ist sich Maren Altmann sicher. Zur Festveranstaltung im Bürgerhaus im Marbach waren Eltern, Sponsoren, Vereinsmitglieder erschienen. Maren Altmann gab zunächst einen Einblick in die DRK-Geschichte in Marbach. Von der Gründung 1953, über Vorstandswechsel, Probleme und die jetzige Situation. Eine ausführliche Chronik ist leider nicht mehr vorhanden, aber in Planung. “Neben einer sinnvollen Freizeitgestaltung steht das Helfen im Vordergrund“, sagt Altmann. Regelmäßig werden Kleiderspenden organisiert und seit 2002 auch der Blutspendedienst unterstützt. Eine besondere Herausforderung für alle war die Arbeit beim Hochwasser. Die Vereine des Ortes seien den Aktiven für viele “gute Taten“ dankbar, erzählt die Ortsvorsteherin Heidrun Zill. PZVF

 

09. Februar 2003

“Hallo Kids, coole Schule“

In einem waren sich alle Kinder der Marbacher Grundschule einig: Die Schule muss auch von außen bunt aussehen. Das war auch den Mitgliedern der Jury schnell klar geworden, als sie die Zeichnungen der Erst- bis Viertklässler unter die Lupe nahmen. Das Bauplanungsbüro Bauer hatte zu einem Malwettbewerb aufgerufen, um zu erfahren, wie sich die Schüler ihre Schule wünschen würden. “Wir waren von den vielen Ideen der Kinder überrascht“, sagt Kerstin Bauer vom Planungsbüro. Aus jeder Klassenstufe wurden drei Bilder prämiert. Der Sieger des Wettbewerbes, Johannes Wolf, besucht die erste Klasse und wünscht sich die Fassade rot und orange. Besonders gern würde er einen Streichelzoo im Gelände unterbringen. Sein Bild hatten alle Jurymitglieder unabhängig von einander als bestes ausgewählt. “Außerdem haben wir noch einen Sonderpreis an Phillip Müller aus der Vorschulklasse vergeben“, sagt der Architekt Jochen Bauer. Er habe sogar drei Bilder eingereicht, eins davon war mit Tusche gezeichnet. Gefreut haben sich die beiden Architekten über die vielen Details, die einige Kinder an ihrer Schule haben möchten. Da wurden Sonnenuhren, Springbrunnen, ein Spielplatz, eine Windmühle und ein Zoo eingezeichnet. “Verblüfft haben uns Spruchbänder mit Aufschriften wie: “Hallo Kids“, “coole Schule“, “ABC“ oder “Hier lernen wir“. Die Kinder wollten, dass von außen gleich zu erkennen ist: Hier sind Kinder“, erzählt Kerstin Bauer. Alle Zeichnungen werden im Schulgebäude und in der Gemeindeverwaltung ausgestellt. Ob und wann die Außenfassade der Schule erneuert wird, steht noch nicht fest. “Die Kinder der ersten Klasse werden es vielleicht noch miterleben“, so Schulleiterin Veronika Merker.

 

23. Januar 2003

Finanzkorsett eng geschnürt

“Die Spielräume für den Haushaltplan 2003 sind eng. Zudem ist der Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst ein Schlag ins Gesicht unserer Bemühungen zur Haushaltkonsolidierung“, sagte Bürgermeister Armin Zill auf der jüngsten Gemeinderatssitzung. Kämmerer Frieder Lomtscher hat nachgerechnet: Die Tariferhöhung für die 30 Mitarbeiter entspricht dem Gehaltsvolumen für einen Beschäftigten. “Wir haben drei Möglichkeiten, die Tariferhöhung auszugleichen: Weniger investieren, freiwillige Aufgaben streichen oder Personal entlassen. Die beiden ersten Möglichkeiten werden keine Zustimmung bei der Bevölkerung finden. Jeder kann sich ausrechnen, was wir letztlich tun müssen“, sagte der Bürgermeister. Er habe sowohl dem Sächsischen Städte- und Gemeindetag als auch bei der Rechtsaufsichtsbehörde seinen ablehnenden Standpunkt zur Tariferhöhung mitgeteilt. Aber der Austritt einer einzelnen Gemeinde aus der Tarifgemeinschaft bringe nichts, das sei mehr eine Angelegenheit der Länder “Um es eindeutig zu sagen: Ich bin nicht dagegen, dass die Mitarbeiter mehr Geld der Tasche haben. Das sollte aber in den unteren Gehaltsklassen geschehen, denn der Öffentliche Dienst steht im Vergleich zur Wirtschaft nicht schlecht da“, so Zill. Das finanzielle Korsett der Gemeinde werde immer enger geschnürt. “Wenn wir bisher in jedem Jahr etwas gebaut und eingeweiht haben, so war das immer mit Kreditaufnahmen verbunden. Mittelfristig wird uns das im Jahre 2006 nicht mehr möglich sein“, so Zill. Umso mehr freuen sich die Gemeinderäte, dass für die Beseitigung der Hochwasserschäden die Eigenanteile für das Fördergeld vollständig aus dem Spendentopf genommen werden können. Was den Ausbau der Ortsdurchfahrt Etzdorf anbelangt, hatte der Bürgermeister keine gute Nachricht parat. Die Planungsunterlagen wurden vom Straßenbauamt Chemnitz ans Wirtschaftsministerium übergeben, dort aber abgelehnt. “Das Ministerium beharrt auf den Ausbau von Straße und Fußweg entsprechend der Normen. Das heißt, es müssen wieder neue Verhandlungen zum Grunderwerb aufgenommen sowie neu geplant werden, was Zeitverzug bedeutet. Das Straßenbauamt hat versprochen, auf dem so genannten ‚Kleinen Dienstweg‘ die Mitarbeiter des Ministeriums von der Sinnhaftigkeit der geringeren Breite von Straße und Gehweg zu überzeugen“, sagt Armin Zill.

 

22. Januar 2003

Erkundungen unter Tage

Wenn das Team der Bergsicherung Schneeberg seinen Arbeitsplatz aufsucht, dann gleicht dies einer abenteuerlichen Reise in die Jahrhunderte alte Geschichte des sächsischen Silberbergbaus. Seit November saniert das Unternehmen den alten Kunst- und Treibeschacht in Gersdorf. Bevor die Mitarbeiter, zu denen auch Jens Schmidt, Vorsitzender des Gersdorfer Vereins “Segen Gottes Erbstolln“ gehört, den Schacht vor zwei Monaten öffneten, wurde er 200 Jahre lang von keinem Menschen betreten. 1802 hatten Bergleute den 192 Meter tiefen senkrechten “Abgang“ mit einem steinernen Gewölbe verschlossen. Ein kleines Loch musste damals genügen, damit sie wieder ans Tageslicht kommen konnten, bevor der Schacht endgültig unter schweren Steinplatten verschwand. In den folgenden knapp zwei Jahrhunderten geriet der etwa drei Mal fünf Meter breite Hohlraum immer mehr in Vergessenheit. In der Zeit der DDR setzte das Bergamt Freiberg den Schacht allerdings auf die Liste all jener bergbauhistorischer Denkmäler, die saniert werden müssen. Da der Gersdorfer Kunst- und Treibeschacht 200 Jahre lang nicht gepflegt wurde, ist das Gestein marode geworden. Die Gefahr eines Einsturzes, der einen gewaltigen Krater hinterlassen und mehrere Gebäude und sowie die Straße vernichten würde, stieg von Jahr zu Jahr. Um dies zu verhindern, bohren die Mitarbeiter der Bergsicherung nun, von einer an Stahlseilen befestigten Plattform aus, bis zu drei Meter tiefe Löcher ins Gestein. In die Hohlräume werden Stahlstangen eingeführt. Zum Abschluss presst das Schneeberger Team unter hohem Druck Beton in die verbleibenden Löcher, um dem Felsgestein mehr Halt zu geben. Bisher haben sich Jens Schmidt und dessen Kollegen auf eine Tiefe von 25 Meter vorgearbeitet. “Etwa in drei Wochen wird die Plattform so weit abgesenkt sein, dass wir in die ersten Quergänge kommen. Das wird sicher spannend“, erklärte der Vereinsvorsitzende. Der alte Kunst- und Treibeschacht soll später einmal als zweiter Ausgang aus dem Bergwerk dienen. tk

 

16. Januar 2003

Bald kein “weißer Fleck“ mehr

“Bisher war Marbach, was die zentrale Wasserversorgung betrifft, immer ein weißer Fleck auf der Landkarte. Doch das wird sich in den kommenden Wochen nun endlich ändern“, sagte Frieder Lomtscher, Kämmerer der Gemeinde Tiefenbach, gestern Vormittag. Er verwies damit auf die bereits im vergangenen Jahr begonnene Verlegung von Rohren und Hausanschlüssen durch den “Zweckverband Kommunale WasserversorgungAbwasserentsorgung Mittleres Erzgebirgsvorland“ (ZWA). Zurzeit sind die Mitarbeiter der mit den Arbeiten beauftragten Firma “Jung“ damit beschäftigt, rund ein Viertel der Marbacher Haushalte an die zentrale Wasserversorgung anzuschließen. Doch auf Grund der widrigen Wetterbedingungen ruht die Arbeit momentan. “Wir waren gerade heute wieder in Marbach unterwegs und haben die Baustellen besichtigt“, erklärte Matthias Winzek, Bauleiter des ZWA Hainichen, gestern auf Anfrage des Döbelner Anzeigers. “Der Frost ist noch etwa 50 Zentimeter tief im Boden drin. Da wäre jeder Versuch, weiterzubauen, zwecklos“, sagte er. Es müsse daher mit einer Verzögerung der Arbeiten um mindestens zwei Wochen gerechnet werden. Bis Anfang März sollen jedoch auf den Straßenabschnitten Lorenzstraße und Hauptstraße (bis Rosental) alle Anschlüsse verlegt sein. Gemeindekämmerer Lomtscher misst der Anbindung Marbachs an die zentrale Wasserversorgung große Bedeutung bei. “Kaum ein Brunnen in Marbach erfüllt die hygienischen Kriterien und Qualitätsanforderungen. Gerade für Säuglinge ist das Wasser oft nicht genießbar“, sagte er. Bisher hätten sich jedoch nur wenige Bürger entschieden, ihren bisher als Trinkwasserquelle genutzten Brunnen zu Gunsten des zentralen Trinkwasseranschlusses aufzugeben. “Aber es wird in Zukunft sicher immer wieder Haushalte geben, die da nachziehen“, meint er. tk

 

02. Januar 2003

Neue Wege nach guten Erfahrungen

Denkt Bürgermeister Armin Zill an das vergangene Jahr zurück, dann mit gemischten Gefühlen. “Persönlich war es kein gutes Jahr für mich. Denn Krankheit und ein Unglück in der Familie sowie das Hochwasser haben die vergangenen zwölf Monate sehr geprägt“, sagt der Bürgermeister. Doch von diesen persönlichen Schicksalschlägen lässt sich Armin Zill nicht unterkriegen. Er sieht vielmehr auch das Positive des Jahres 2002. “Dazu gehört das erste Jahr der Verwaltungsgemeinschaft mit Striegistal. Es war bekanntlich keine Liebesheirat, sondern der Befehl von oben. Wir haben es als Experimentierjahr aufgefasst und einige gute Erfahrungen sammeln können“, erzählt Armin Zill. Das reicht bis zum Teilen einer großen Hochwasserspende, die für Tiefenbach bestimmt war und nun für die ganze Verwaltungsgemeinschaft genutzt wird. Es konnten aber auch bedeutende Investitionen abgeschlossen werden. Dazu gehört die Sanierung der Grundschule in Marbach, die Rekonstruktion des Arnsdorfer Dorfgemeinschaftshauses mit Feuerwehrdepot und Dorfplatz. In Böhrigen konnte die Turnhalle saniert und die Bedingungen der Mittelschule weiter verbessert werden. Auch im Hochwassers sieht Armin Zill vor allem das Positive: “Wir haben Solidarität aus ganz Deutschland erfahren. Tief beeindruckt hat mich, dass Bundeswehrreservisten in ihrer Freizeit nach Böhrigen kamen, um zu helfen. Wir sollten überlegen, wie wir nicht nur Spenden entgegen nehmen, sondern auch anderen helfen können.“ Vor allem freut sich der Bürgermeister, dass in Marbach die Lösung einer “Jahrhundertaufgabe“ begonnen wurde: die zentrale Trinkwasserversorgung. “Es ist auch beschlossene Sache, dass die Abwasserverbindung zwischen Marbach und Gleisberg entsteht. Im nächsten Jahr gehe es vor allem um die Reparatur der Flutschäden. Sie sind in der so genannten WASA-Liste zusammengestellt. Für die Vorhaben gibt es eine 90-prozentige Förderung. Der Eigenanteil der Kommune, so Zill, stelle kein Problem dar. Dafür können die Spenden genutzt werden. Was die Rekonstruktion der Ortsdurchfahrt Etzdorf anbelangt, will Zill keine Prognose wagen. Die Planung sie sei zwar genehmigt, aber es gebe unter den Grundstücksbesitzer noch keine Einigung.

 

29. Dezember 2002

Die Natur immer im Blick

Jeden Tag geht Stephan Liebscher den zehnminütigen Weg von seiner Wohnung zum Pegel der Striegis. An der Brücke ist seit über 100 Jahren die Messlatte befestigt. Diese hat schon seit den 60er Jahren das Interesse des Böhrigeners geweckt, seitdem notiert er die Wasserstände. Er selbst bezeichnet sich als Heimatforscher, Hobby-Meteorologe und Chronist. Viel zu tun für einen Mann der “nebenbei“ auch noch eine Sammlung aus Gesteinskristallen hat, Feuerwehreinsätze dokumentiert und arbeiten geht. Nach dem Höchststand der Striegis vom 12. August von 3,58 Meter ist wieder Ruhe eingezogen am Ufer. Die Striegis war innerhalb von wenigen Stunden von normalen 36 Zentimetern auf bedrohliche 340 Zentimeter angestiegen. Die Striegis reagiere sehr stark und schnell auf Regengüsse. Sie steige sofort an und sinke aber auch schnell wieder ab, wenn der Guss vorbei sei, erklärt der “Wettermann“. “Die Brücke ist noch immer halbseitig gesperrt“, sagt Stephan Liebscher. Die Verspannungen der Pfeiler, die im vergangenen Jahr angebracht wurden, konnten das Bauwerk nicht vor den Schäden der Flut retten. “Vor sechs Wochen waren Mitarbeiter der staatlichen Umweltbetriebsgesellschaft mit Tauchern da und haben festgestellt, wie stark die Fundamente der Brückenpfeiler unterspült wurden“, erklärt Liebscher. Eine Fahrspur der Brücke bleibe bis zur Reparatur im Frühjahr gesperrt. Doch nicht nur der Pegelstand der Striegis wird von dem interessierten und genauen Mann notiert. Auch andere Wettererscheinungen, wie Schnee, Regen, Nebel, Sonne, Gewitter und Niederschläge werden von ihm mit der exakten Uhrzeit in Tabellenbücher eingeschrieben. “Für jede Erscheinung habe ich einen anders farbigen Ordner. Blau für Wasserstände, Weiß für Schneehöhen, Grün für Sommertemperaturen und Rot für Feuerwehreinsätze“, so der Hobby-Meteorologe. Seine Aufzeichnungen gehen bis ins Jahr 1934 zurück. Alte Böhrigener Einwohner haben ihm das Archivmaterial zur Vorbereitung der 800-Jahrfeier und einer Ortschronik zur Verfügung gestellt. Seine Verwandten aus Freiberg rufen den Böhrigener an, wenn sich in Freiberg etwas zusammenbraut. “Deren Wetter bekommen wir mit Verzögerung auch. Ich bin dann vorgewarnt und liege auf der Lauer“, erzählt Stephan Liebscher. In seinem Garten hat er eine kleine Wetterstation aufgebaut und einen privaten Pegel am Gartenbach angebracht.

 

24. Dezember 2002

Vorfreude im Gersdorfer Heim

Eine besondere Tradition hat Elke Liebig, Leiterin des Behinderten- Wohnheims in Gersdorf ins Leben gerufen. Bereits seit sechs Jahren bereitet sie und ihre Mitarbeiter zusammen mit den Heimbewohnern ein traditionelles Weihnachtsfest vor. “Schon ab August sind unsere 51 Bewohner voller Vorfreude und basteln für das Weihnachtsfest. Sie schreiben Wunschzettel für den Weihnachtsmann, Glückwunsch- und Grußkarten und backen Plätzchen“, erzählt die Heimleiterin. Am dritten Advent fuhren die Bewohner mit ihren Betreuern zur Adventsausfahrt nach Klipphausen. Dort erlebten sie die Show “Ein Engel in Klipps“: Eine beeindruckende Dia- und Lasershow mit Wasserspielen zur Musik. “Von der Show waren einige so berührt, dass sie mir später erzählten, sie hätten Gänsehaut bekommen und waren völlig überwältigt“, sagt Elke Liebig. Doch das ist noch lange nicht alles. Einen Tag vor Weihnachten wird im gesamten Heim ein großer Hausputz organisiert. “Alle räumen ihre Zimmer auf und schmücken die Gruppen- und Aufenthaltsräume“, sagt Elke Liebig. Der Weihnachtsbaum wird von den Bewohnern nach alter Tradition am Vormittag des Weihnachtstages aufgestellt und geschmückt. “Zur Kaffeezeit verteilen die Mitarbeiter der Küche kleine Geschenke an die Heimbewohner als ersten Weihnachtsgruß. Dann lese ich die Weihnachtsgeschichte vor“, beschreibt Elke Liebig den Ablauf. Nach dem Krippenspiel in der Etzdorfer Kirche am frühen Abend erwartet die Bewohner am Abend ein riesiger Geschenke-Berg unter dem großen Weihnachtsbaum. “Während wir in der Kirche das Krippenspiel ansehen, bleiben immer zwei bis drei Betreuer im Heim und bauen eilig alle Geschenke auf“, sagt die Heimleiterin. “Meine Aufgabe ist es die kleinen Präsente auszuteilen und zu jedem Bewohner ein paar persönliche Sätze vorzutragen“, sagt Elke Liebig. Durch das familiäre Miteinander sehen alle Bewohner das Gersdorfer Wohnheim als ihr Zuhause an. “Es gibt keinen Bewohner, der an diesem Tag das Heim verlässt. Durch die langen Vorbereitungen und die Vorfreude können es alle kaum erwarten, endlich ihr Geschenk auszupacken. Das Schönste sind die strahlenden Augen, wenn das Papier abgewickelt wird“, erzählt die Heimleiterin. Die Feiertage werden die Bewohner, die ihre Verwandten nicht besuchen, ruhig und besinnlich mit Spaziergängen und Märchenfilmen verbringen. In diesen Tagen sei auch Zeit über das vergangene Jahr nachzudenken, sagt Elke Liebig. “Wir haben auch in diesem Jahr wieder unsere Tagesfahrten organisiert. Die eine führte uns ins Zittauer Gebirge, die andere zur Besichtigung des Dresdener Flughafens“, so die Heimleiterin. In diesem Jahr stand neben dem Angehörigen-Tag, die Feier zum fünfjährigem Bestehen des Heims im Mittelpunkt. “Im kommenden Jahr wollen wir noch mehr sportliche Aktivitäten anbieten. Mit dem neuen Therapieraum, dem Joga Kurs und der Pop-Gymnastik haben wir die besten Vorraussetzungen“, erzählt Elke Liebig. Besonders beliebt seien bei den Bewohnern auch die Gartenarbeit und die Pflege der heimeigenen Hühner und Enten.

 

17. Dezember 2002

Feuerwehrdepot ist rohbaufertig

Ortsvorsteher Reinhard Tzschoppe freut sich darüber, dass die Feuerwehr bald ein neues Domizil beziehen kann. Das alte Depot platzt aus allen Nähten. So beschloss der Gemeinderat, das Gebäude neben der Turnhalle neu zu errichten. Insgesamt 340.000 Euro werden dafür ausgegeben, davon sind 75 Prozent Fördergeld. Reinhard Tzschoppe betont, dass das Bauvorhaben nichts mit dem Hochwasser zu tun hat, wie fälschlicherweise oft vermutet wird. “Der Gemeinderat ist bemüht, die Feuerwehren entsprechend einer beschlossenen Rang- und Reihenfolge zu unterstützen. So gibt es in den verschiedenen Ortsteilen auch ständig Verbesserungen in der Ausstattung der Feuerwehren“, sagt Tzschoppe. In der vergangenen Woche wurde Richtfest am neuen Depot gefeiert. Die nächsten Aufgaben sind der Anschluss der Regenentwässerung ans Kanalsystem sowie der Gasanschluss für die Heizung. Diese Arbeiten sind jedoch vom Wetter abhängig. Wenn alles planmäßig verläuft, soll Mitte nächsten Jahres das Gerätehaus fertig sein. “Wir schaffen keinen Prunkbau, sondern erfüllen mit dem Bau lediglich die vorgebenen Mindestanforderungen. Die Löschfahrzeuge sowie weitere Ausstattungen stehen in der Zwischenzeit in Hallen der Agroservice-GmbH. Dafür sind wir dem Unternehmen sehr dankbar“, sagt Reinhard Tzschoppe. rd

 

09.Dezember 2002

Keine Fördermittel für Sanierung

Seit nunmehr zwölf Jahren veranstalten die Mitglieder des Gersdorfer Vereins “Gottes Segen Erbstolln“ in der Adventszeit eine Mettenschicht. Für Gewöhnlich herrscht bei diesem Fest ausgelassene Stimmung. Auch am vergangenen Samstag ließen sich die mehr als 200 Gäste den im Backhaus frisch zubereiteten Kartoffelkuchen und den von der Feuerwehr servierten Glühwein schmecken. Trotz eisiger Temperaturen machte sich so etwas wie Weihnachtsstimmung breit. Doch mit ihrem Aufzug vor dem alten Kunst- und Treibeschachthaus bereiteten die Gersdorfer Knappen dieser Partylaune ein unerwartetes Ende. Denn was der Vereinsvorsitzende Jens Schmidt in seiner Ansprache zu verkünden hatte, versetzte nicht nur den Freunden des Bergbaus, sondern allen anwesenden Bürgern einen Schreck. “Mit dem heutigen Tage tragen wir die lang gehegte Idee zu Grabe, das älteste noch erhaltene Kunst- und Treibeschachthaus eines Pferdegöpels in Sachsen zu restaurieren“, sagte Schmidt. Knapp drei Jahre lang hatte der Verein “Gottes Segen Erbstolln“ mit der Denkmalschutzbehörde über Fördermittel zur Sanierung des Einsturzgefährdeten Schachthauses verhandelt. Obwohl dem denkmalgeschützten Gebäude eine große historische Bedeutung beigemessen wird, haben die staatlichen Stellen nach den Worten Schmidts immer wieder versucht, den ehrenamtlichen Helfern die Reparaturkosten in Höhe von knapp 120.000 Euro aufs Auge zu drücken. Begleitet von Beifall der zahlreichen Gäste machten die Gersdorfer Knappen ihrem Ärger über das Versagen der Behörden Luft. “Die Kameraden haben viel Zeit in die notdürftigen Reparaturarbeiten des Hauses investiert. Doch das war alles umsonst. Mittlerweile ist die Bausubstanz so schlecht, dass die Decke einzustürzen droht“, erklärte Schmidt, der als Zeichen der Trauer über das Scheitern des Projektes, wie alle Knappen, seinen Bergmannshut abnahm und die Pläne damit symbolisch zu Grabe trug. “Uns kann jetzt nur noch ein Wunder helfen, das Schachthaus zu erhalten. Ansonsten wird es in einigen Jahren einstürzen. Abreisen dürfen wir es nicht. Es steht unter Denkmalschutz. Aber Geld für die Sanierung bekommen wir auch nicht“, beklagte Schmidt. Einen letzten Funken Hoffnung sieht der Verein “Gottes Segen Erbstolln“ darin, dass sich möglichst viele Bürger an die Denkmalschutzbehörde wenden und den Erhalt des ältesten Kunst- und Treibeschachtes in Sachsen fordern. Anderenfalls wird das Gebäude in einigen Jahren nicht mehr als Kulisse für die Mettenschichten dienen können. tk

 

07. Dezember 2002

 “Hier macht Lernen Spaß“

Pastell-Farben an den Wänden, neue Möbel, Fenster und Fußböden bringen die Besucher der neu sanierten Grundschule Tiefenbach in Marbach zum Schwärmen. Die Schulleiterin Veronika Merker ist sichtlich stolz auf ihr neues Schmuckstück. “Acht große Unterrichtsräume stehen jetzt zur Verfügung“, sagt Merker. Zum Tag der offenen Tür wollten sich die Schüler der ersten bis vierten Klassen bei den Planern, Bauherren und bei der Gemeinde bedanken. Mit Musik, Tanz und Gedichten zeigten die Mädchen und Jungen welche Talente die Tiefenbacher Grundschule hervorgebracht hat. In den vergangenen zwei Jahren zogen die Schüler von einem Klassenzimmer ins andere um, da die Sanierung bei laufendem Schulbetrieb vorgenommen werden musste. “Ich möchte den Lehrern, Eltern und Kindern danken, die uns bei der Planung der Umzüge und beim Einräumen der Zimmer geholfen haben“, sagt Veronika Merker. Im kommenden Jahr werde die Schule wieder zwei ersten Klassen aufnehmen. “Dann sind die neuen Räume gut ausgelastet“, so die Schulleiterin. Die ehemaligen Schüler der Grundschule haben den Bauherren gesagt, was an ihrer Schule nicht so schön war. Die Sanitäranlagen und die trostlose Farbe der Wände standen an erster Stelle der Verbesserungswünsche. Aber auch die aktuellen Brandschutzbestimmungen mit unabhängigen Außentreppen wurden erfüllt. Die Kosten der Sanierung betragen 550.000 Euro und werden mit 42 Prozent gefördert.

 

03. Dezember 2002

Turnen und Aerobic mit Schau-Effekt

Zum Abschluss des Sportjahres ging es noch einmal richtig schweißtreibend zu: Der Sportverein Marbach lud am Samstag zum Schauturnen ein und viele Zuschauer kamen. Bereits zum siebten Mal seit der Neueröffnung der Halle 1997 zeigten die Turner und Turnerinnen vor zahlreichem Publikum ihr Können. Dabei demonstrierten sowohl die Vorschulkinder, die vier- bis 14-jährigen Jungen und Mädchen, die Jugendlichen und die Erwachsenen was sie gelernt haben. Sogar die Sachsenmeisterin Christin Hardt aus Dresden gab sich die Ehre. “Dieses Schauturnen ist ein Ereignis auf das wir das ganze Jahr hinarbeiten“, so Lothar Zerge, Abteilungsleiter Turnen. Dabei komme es nicht darauf an, wer der Beste ist, sondern dass die Turner fit bleiben und Spaß an der Sache haben. Dass die Mitglieder aber Sport nicht nur zum Spaß betreiben, zeigen die Erfolge bei den Kreisjugendsportspielen in Mittweida und bei der Kreismeisterschaft, bei denen zahlreiche Medaillen mit nach Hause gebracht wurden. So wurde den staunenden Besuchern ein interessanter Nachmittag geboten, umrahmt von musikalischen Einlagen des Lommatzscher Spielmannszugs. Musikalisch ging es um 20 Uhr mit der Aerobicgruppe Marbach weiter. Die Frauen nutzten den Tag für ihren zweiten öffentlichen Auftritt. Sonst treten die Mädchen ab und zu auf Festen auf. Das kommt gut an, denn ihre Programm reicht vom harten Techno, über Cancan bis zu lateinamerikanischen Tänzen. Angespornt durch die Aufführungen der AerobicGruppe konnten auch die Zuschauer ein Tänzchen wagen. DJ Ralf sorgte für nötige Musik und die gute Stimmung ließ nicht lange auf sich warten. Ziel der Veranstaltung war es auch, neue Mitstreiter zu gewinnen, die jederzeit gern gesehen sind. Für Neugierige ist die erste Schnupperstunde kostenlos. Trainiert wird jeweils montags, dienstags und donnerstags in der Turnhalle Marbach. PZ

 

15. November 2002

Klassenräume reichen nicht aus

Während manche Einrichtung über Schülermangel klagt, ist die Mittelschule Tiefenbach voll ausgelastet. Wie Bürgermeister Armin Zill informierte, werden die Kapazitäten des Gebäudes im kommenden Jahr kaum noch ausreichen. Derzeit werde über mehrere Varianten nachgedacht, durch die weitere Räume in Böhrigen geschaffen werden können. Gute Nachrichten gibt es auch von der Marbacher Grundschule. In zwei großen Etappen wurde das Innere des Gebäudes saniert. “Da ist viel Geld rein geflossen“, sagte der Tiefenbacher Bürgermeister auf der jüngsten Ratssitzung. Durch zusätzliche Ausgaben im Bereich der Wärme-Isolierung und des Sonnenschutzes habe sich das Volumen der Investitionen erhöht. Genaue Zahlen über die Gesamtausgaben würden jedoch aufgrund des bürokratischen Aufwandes infolge der Flutkatastrophe noch nicht vorliegen. Wie Zill weiter informierte, ist in den kommenden Jahren eine umfassende Instandsetzung des Schulgeländes inklusive Spielplatz geplant. Für die Sanierung der Außenfassaden sei vorerst kein Geld vorhanden. Am Nikolaustag, (6.Dezember), soll der Abschluss der Sanierungsarbeiten in der Grundschule Marbach gefeiert werden. Ab 14 Uhr sind Vertreter der Baufirmen sowie der Behörden zu einem kleinen Empfang eingeladen. Um 16 Uhr wird dann der Startschuss zum “Abend der offenen Tür“ fallen. Organisiert wird die Feier, zu der alle Bürger eingeladen sind, von der Schule und dem Förderverein. tkrd 

 

28. Oktober 2002

Armenhaus herausgeputzt

Mit einem Festakt wurde jetzt das neue Dorfgemeinschaftshaus in Arnsdorf eingeweiht. Etwa 80 Gäste, darunter viele Kameraden der Ortsfeuerwehr sowie Vertreter der Baufirmen und der Gemeinde, stießen mit Sekt auf das gelungene Projekt an. Wie wichtig die Investition - knapp 391.000 Euro verschlang die Rekonstruktion des Hauses - war, sprach der Tiefenbacher Bürgermeister Armin Zill an: “Wir haben hier ein Domizil geschaffen, das in Zukunft für vielfältige Veranstaltungen und Zwecke zur Verfügung steht. Ich hoffe, dass die Bürger dies auch nutzen“, sagte Zill. Das Gemeindeoberhaupt wies zudem darauf hin, dass die Arnsdorfer Ortsfeuerwehr mit dem Gebäude, in dem nun auch das Depot untergebracht ist, erstmals eine würdige Unterkunft besitze. Welch interessante Geschichte das zuletzt als Gemeindeamt genutzte und im Zuge der Rekonstruktion zu großen Teilen abgetragene Gebäude erlebt hat, veranschaulichte Sabine Brendecke: “Dieses Haus hat schon zwei Jahrhundertwenden hinter sich“, berichtete die Ortsvorsteherin. “Anfangs diente es höchstwahrscheinlich als Armenhaus. Später war, wie wir erst vor einigen Tagen erfuhren, sogar eine Gefängnisszelle darin untergebracht. Ich hoffe, dass diese finsteren Zeiten nicht wiederkommen. Wir wollen hier nur freudige Stunden erleben“, so Sabine Brendecke. Nach dem geschichtlichen Rückblick war es der Ortsvorsteherin noch ein Bedürfnis, Danke zu sagen. Das ging an die Adresse der Handwerker und der Tiefenbacher Gemeinderäte und Verwaltungsmitarbeiter. “Welcher kleinere Ort in unserer Umgebung hat schon so ein tolles Gebäude?“, fragte sie. Das neue “Schmuckstück“ durften nach der offiziellen Einweihung am Wochenende dann auch die Einwohner als Nutzer des Dorfgemeinschaftshauses unter die Lupe nehmen. Große Begeisterung löste unter anderem der von dem Etzdorfer Rudolf Lenk errichtete Kachelofen aus. Dieser war aus dem alten Arnsdorfer Rittergut ausgebaut und im Dorfgemeinschaftshaus in mühevoller Kleinarbeit wieder zu neuem “Leben“ erweckt worden. Funktionstüchtig ist das gute Stück aber leider nicht.

 

23. Oktober 2002

Viele Kinder brauchen Platz

Fast aus allen Nähten platzen die Kindereinrichtungen in Tiefenbach. Deshalb denkt die Gemeindeverwaltung über eine Erweiterung nach. Die Kindergrippe in Etzdorf und der Kindergarten in Böhrigen sind vollkommen ausgelastet. “Ein Plan zur Erweiterung der Kinderkrippe in Etzdorf steht bereits. Der Aufwand wäre nicht sehr groß und die Kapazität könnte verdoppelt werden“, sagte Gemeindekämmerer Frieder Lomtscher. Mit dem geplanten Projekt wollen Bürgermeister Armin Zill und dessen Mitstreiter gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen soll ein größeres Angebot an Krippenplätzen geschaffen werden. Zum anderen wollen die Bürgervertreter auch langfristig die Abgaben an andere Gemeinden senken. Denn Tiefenbach muss Beiträge an Gemeinden zahlen, wenn Tiefenbacher Kinder Betreuungseinrichtungen in anderen Verwaltungsgebieten besuchen. Allein in diesem Jahr betragen diese Ausgaben über 14.000 Euro. Dem stehen Einnahmen durch den Besuch auswärtiger Kinder in den Tiefenbacher Betreuungsstätten in Höhe von lediglich 1900 Euro gegenüber. Nach Meinung Zills ist an dieser Verteilung jedoch nicht allein das in einigen Ortschaften unzureichende Angebot schuld. “Bei vielen Bürgern hängt die Wahl des Krippen- oder Kindergartenplatzes vom Arbeitsweg oder vom Wohnsitz der Großeltern ab. Das sind einfach praktische Überlegungen der Eltern.“ Trotz der knappen Kapazität sehen die Gemeinderäte mit dem gestiegenen Bedarf an Betreuungsplätzen erneut den positiven Trend bestätigt, der sich bereits seit längerem in der Tiefenbacher Mittelschule abzeichnet. “Der Bedarf an Einrichtungen für Kinder und Jugendliche wächst“, sagte Zill. Um diese Entwicklung auch weiterhin zu fördern, sei auch ein schnelles Handeln bezüglich der Reparatur des Böhrigener Sportplatzes nötig. “Die Schüler brauchen schnellstens wieder ordentliche Vorraussetzungen für den Unterricht. Bis zum nächsten Tag der offenen Tür im kommenden Jahr soll die Erneuerung des Sportplatzes abgeschlossen oder zumindest weit vorangeschritten sein“, sagte Armin Zill. Obwohl noch kein endgültiger Bescheid über Fördermittel vorliegt, stehe bereits jetzt fest, dass die Gemeinde den Sportplatz grundhaft sanieren muss. “Der Mutterboden muss komplett abgetragen werden. Danach erfolgt eine sogenannte Laser gesteuerte Begradigung, dann wird eine Mischung aus Erde, Kies und Saatgut aufgebracht“, erklärte der Bürgermeister. Die Gesamtkosten würden auf mehr als 80.000 Euro geschätzt, wozu Fördergeld beantragt wurde.

 

17. Oktober 2002

Bürokratie bremst Aufbau

Eine überraschende Ehrung wurde den Tiefenbacher Gemeinderäten am Dienstag anlässlich der 30. Ratssitzung in Dittersdorf zuteil. Kurz nach Eröffnung der Beratung überreichte Jens Schmidt, Vorsitzender des Gersdorfer Vereins “Gottes Segen Erbstolln“, einen mehrere Kilogramm schweren Gesteinsbrocken, eine sogenannte Gangstufe, aus dem Silberbergwerk Gersdorf. “Im Vergleich zu den Problemen mit dem Fördergeld des Freistaates, die andere Einrichtungen haben, hebt sich die Gemeindeverwaltung Tiefenbach davon positiv ab“, lobte Schmidt das Engagement. Nach dieser unerwarteten Eröffnung standen in erster Linie der Nachtragshaushalt 2002 sowie die Beseitigung der Folgen der Flutkatastrophe auf dem Programm. Wie Kämmerer Frieder Lomtscher informierte, steigt die vorgesehene Kreditaufnahme um 79.901 Euro auf insgesamt 270.901 Euro. “Wir sind an einigen Stellen etwas über das Ziel hinaus geschossen. Insbesondere beim Dorfgemeinschaftshaus in Arnsdorf und der Marbacher Grundschule stiegen die geplanten Kosten“, sagt Lomtscher. Bürgermeister Armin Zill verteidigte die Steigerung der Ausgaben. “Erst jetzt ist uns richtig klar geworden, warum im Winter auf dem Dach der Marbacher Schule nie Schnee lag. Es war keinerlei Isolierung vorhanden. Es wäre sträflich, das bei den Sanierungsarbeiten nicht nachzuholen.“ Zill und Lomtscher übten Kritik an der sächsischen Landesregierung. “Uns wurde eine schnelle und unbürokratische Hilfe zugesichert. Aber mittlerweile wird Deutschland seinem Ruf als Land der Bürokratie wieder gerecht“, sagte der Tiefenbacher Bürgermeister verärgert. Auch Gemeindekämmerer Lomtscher bezeichnete die “Bürokratie als Katastrophe nach der Katastrophe“. Trotz ungeheurer Berge an Formularen und Fragebögen gehe die Beseitigung der von der Flut verursachten Zerstörungen gut voran. “Der größte Teil der sichtbaren Schäden ist bereits behoben“, sagte Zill. Auch der Hochwasserschutzdamm am Böhrigener Sportplatz werde bald in Angriff genommen. Enttäuscht zeigte sich Armin Zill von den Reaktionen einiger Bürger, die teils aufgebracht die noch immer nicht eingeleitete Reparatur des Walls beklagen. “Wenn dieser Damm als Hochwasserschutz dienen soll, dann kann man nicht einfach ein paar Steine aufschütten“, sagte der Bürgermeister. Die Anwohner müssten Verständnis dafür haben, dass es einer genaueren Planung des Projektes bedarf, um auch nachhaltig Schutz zu bieten. Der Gemeinderat informierte auch über die bereits abgewickelte Vergabe der im Gemeindeamt eingetroffenen Spenden von überall her. An 30 von der Flut stark betroffene Tiefenbacher Bürger seien jeweils 1000 Euro und an geschädigte Mieter 23 Mal 500 Euro ausgezahlt worden.

 

08. Oktober 2002

Narren im Love-Boat

Karneval und Marbach - das sind zwei voneinander untrennbare Begriffe. Um auch in der nächsten Session, die am 11.11. beginnt, ordentlich in Form zu sein, trainieren die Tänzerinnen des Marbacher Karnevalvereins (MKV) bereits seit dem Sommer wöchentlich die neuen Showeinlagen. Neben Proben in der Turnhalle gehören natürlich auch nationale Treffen der närrischen Frauen zur Saisonvorbereitung dazu. “Wir waren am 14. September beim 4. Festival der Tanzgruppen in Wittenberg. Es ging dabei um einen Leistungsvergleich. Das Treffen diente in erster Linie dem Erfahrungsaustausch“, erklärte Iris Vollhardt, stellvertretende Vorsitzende des MKV. “25 Gruppen waren mit dabei. Das hat schon Spaß gemacht“, berichtet Vereinsmitglied Beate Wittenberg. Obwohl die neun zur Marbacher Tanzgruppe gehörenden Damen viel herum kommen und immer wieder um Auftritte gebeten werden, ist Iris Vollhardt noch nicht ganz zufrieden mit der derzeitigen Situation. “Wir suchen neue Mitglieder. Jedes Jahr gehen Mädchen wegen der Lehre oder dem Studium weg. Und neue trauen sich nicht so recht her“, sagte sie. Dabei müsse sich kein Neuling Sorgen darum machen, beim Marbacher Karnevalsverein nicht mithalten zu können. “Wer jetzt einsteigt, kann beim Eröffnungsprogramm am 11.11. ohne Probleme noch dabei sein. Die besten Ideen kommen sowieso erst 14 Tage vor dem Saisonstart oder zur Generalprobe“, schilderte die stellvertretende Vereinsvorsitzende ihre Erfahrungen. Interessenten können sich jeden Freitag ab 19 Uhr in der Marbacher Turnhalle einfinden und Karnevalsfeeling schnuppern. Die Eröffnung der Saison wird tradititonsgemäß mit der Schlüsselübergabe am 11.11. um 11 Uhr 11 im Gemeindeamt in Etzdorf erfolgen. Wenig später, am 16. November, 20 Uhr, starten die Marbacher Narren unter dem Motto “Love-Boat, der MKV schifft sich ein“ im “Goldenen Anker“ in die neue Session.

 

30. September 2002

Etzdorfer Posaunenchor in Feierstimmung

Viele Freunde der klassischen und Orgelmusik kamen am Samstag in die Marienkirche in Etzdorf, um das Festkonzert anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Etzdorfer Posaunenchores zu hören. Unterstützt wurden die Jubilare von befreundeten Posaunenchören aus Roßwein, Pappendorf, Marbach und der Partnergemeinde Süderburg in Niedersachsen. “Ich bin begeistert. Das Konzert war ein Klangerlebnis der Extraklasse“, so Annett Hennig, die zurzeit in Roßwein zu Besuch ist. Ihr gefiel das Gehörte so gut, dass sie gleich gestern den Gottesdienst, den Pfarrer Mathias Groß hielt, besuchte, zu dem ebenfalls Posaunenklänge zu hören waren. Wie Annett Hennig nutzen auch gestern viele Gottesdienstbesucher die Gelegenheit, um sich an den einmaligen Posaunenklängen zu erfreuen. Viel zu kurz war die Zeit des gemeinsamen Musizierens, fanden die Mitglieder der Posaunenchöre. Nun bliebe nur die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen. Auch ältere, ehemalige Bläser waren gekommen, um noch einmal auf ihrem Instrument zu musizieren. Sie erinnerten sich gern an die aktive Zeit zurück und erzählten von den schönen Begegnungen.

KO

 

30. September 2002

In Erinnerungen schwelgen

Wie im vergangenen Jahr, zeigte sich die Pfarrscheune in Marbach an diesem Erntedankwochenende von ihrer schönsten Seite. Geschmückt mit Strohgebinden und Blumenkränzen lud sie zur “Historischen Ausstellung“ ein. Veranstalter war der Verein Heimatgeschichte Marbach“. Die Besucher waren wieder begeistert. Jung und Alt strömten in die Ausstellung. Die älteren Gäste schwelgten in Erinnerungen und erzählten den jüngeren von ihren Erlebnissen. Für die war es interessant zu sehen, wie ihre Vorfahren lebten und wie es ohne Bügeleisen und Geschirrspüler war. Die Ausstellungsstücke, von denen viele aus der Zeit der Wende zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert stammen, demonstrieren den Alltag in Landwirtschaft, Haushalt und Handwerk. Doch nicht nur anschauen, sondern auch selber mitmachen war erlaubt. Beispielsweise konnten die Besucher an einem mit Wasser gefüllten Euter ihre Melkkünste beweisen oder Kränze binden. Ältere Marbacher zeigten ihre Fähigkeiten in der Sattlerei, Stellmacherei und im Spinnen. Helmut Oschatz aus Marbach drehte Seile aus verschiedenen Materialien und Erich Altermann führte in der Heimatstube einen Mähbinder vor. Während die Ausstellung in der Pfarrscheune nur einmal im Jahr ist, hat die Heimatstube das ganze Jahr über immer am letzten Samstag im Monat geöffnet. Die gesammelten Exponate sind zum größten Teil Eigentum des Vereins. “Viele Marbacher und Gemeindemitglieder haben uns die Sachen überlassen oder geliehen“, so Elke Schrell, die Vereinsvorsitzende. Mit Abstand den größten Kürbis hatte Uwe Panitz aus Marbach. Auf die Frage, was denn sein Geheimrezept gewesen wäre, wusste er keine Antwort. Vielleicht das feuchte Wetter? Mit zwei Metern Umfang und fünfzig Kilo Gewicht hat er sämtliche Mitstreiter ausgestochen. Für dieses Prachtstück wurde er am Samstagabend beim Erntedanktanz im “Goldenen Anker“ mit einem Pokal belohnt. Danach feierten die Marbacher noch bis in die frühen Morgenstunden und amüsierten sich bei Showeinlagen des Marbacher Karnevalvereins. Am Sonntag ging es bereits 10 Uhr weiter mit einem Gottesdienst. Danach saß und aß der Besucher im Pfarrgarten. Denn die Vereinsmitglieder versorgten ihre wissensdurstigen Gäste nicht nur mit Geschichte sondern auch mit Getränken und Speisen. Als abschließender Höhepunkt zeigte das Marionettentheater Original “Bunte Bühne“ das Stück die “Zauberlaterne“.

 

29. September 2002

Gersdorf: Die Bergleute und das Wasser

Feucht ist es im “Gottes Segen Erbstolln“ in Gersdorf immer. Doch unmittelbar nach der Flutkatastrophe in der zweiten Augustwoche nahm die Wassermenge in den Stollen und Schächten ungeahnte Ausmaße an. “Von der Mulde her wurde das Wasser richtig ins Bergwerk rein gedrückt. Die Schächte standen völlig unter Wasser“, blickt Jens Schmidt, Vorsitzender des “Segen Gottes Erbstolln“, auf die dramatischen Tage zurück. “Sicher hätten wir einiges verhindern können. Aber die meisten von uns waren selbst vom Hochwasser betroffen oder mussten zu Feuerwehreinsätzen mit ausrücken. Da war das Bergwerk natürlich erst einmal Nebensache“, erklärt Schmidt. Mittlerweile sei das Stollensystem Dank des Einsatzes der Gleisberger Feuerwehr und des Technischen Hilfswerkes wieder begehbar. “Wir hatten schon Führungen. Am vergangenen Wochenende waren fast 200 Leute da“, sagt Jens Schmidt. Doch es gebe noch immer viel zu tun. “Die Stollen können zwar wieder besichtigt werden. Aber es liegt noch immer viel Schlamm drin. Der stinkt natürlich auch und muss noch einmal raus gespült werden.“ Unterstützung gab es durch die Kameraden der Feuerwehr aus Gleisberg und das Technische Hilfswerk Gummersbach. Viel Zeit bleibt den Vereinsmitgliedern und den freiwilligen Helfern nicht, wieder alles in Ordnung zu bringen. Denn bereits am 1. November wird mit dem Ausbau des alten Kunst- und Treibeschachtes begonnen. Spätestens bis dahin sollen alle Spuren des Hochwassers beseitigt sein. Dass dies zu schaffen ist, daran hegt Jens Schmidt keine Zweifel. “Im Grunde genommen hat es uns gar nicht so stark erwischt. Die finanziellen Schäden sind relativ gering. Natürlich ist das Werkzeug, was noch im Stollen war, restlos hinüber“, schilderte er die Situation. Dran glauben musste auch das für den Betrieb unter Tage unentbehrliche Notstromaggregat. “Das ist total abgesoffen. Aber ein neues können wir uns einfach nicht leisten“, erklärte der Vereinsvorsitzende, der nun auf die Unterstützung von Firmen hofft. Unternehmen, die ein neues oder gebrauchtes Aggregat abzugeben haben, können sich unter der Nummer 03432212548 direkt an ihn wenden. Bereits am 3. Oktober werden wieder viele Besucher in Gersdorf erwartet. Um 13 Uhr beginnt eine Übertage- Wanderung zum Thema “Wasser - Freund und Feind des Bergmanns“. Treffpunkt ist das historische Backhaus, wo es frischen Zuckerkuchen und Kaffee sowie Gegrilltes angeboten und Bier gibt.

 

26. September 2002

Bald steht neues Feuerwehrdepot

Seit dieser Woche hat die Abrissbirne die Regie am Feuerwehrdepot in Böhrigen übernommen. Innerhalb der kommenden Tage soll das direkt an die Turnhalle der Mittelschule angrenzende Gebäude vollkommen abgetragen werden. Gemeindeverwaltung und Feuerwehr hoffen, dass das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht und die Bauarbeiten zügig voran gehen können. “Wir wollen versuchen, dass der Rohbau inklusive Dach noch vor dem Wintereinbruch steht“, erklärte der Tiefenbacher Bürgermeister Armin Zill. “Im Frühjahr setzen wir die Arbeiten dann mit dem Innenausbau und der Gestaltung der Fassade sowie des Außengeländes fort. Bis September 2003 soll alles fertig sein.“ Das neue Depot wird den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Zukunft bessere Möglichkeiten zum Verstauen der Ausrüstung bieten. Neben zwei Stellplätzen für die Einsatzfahrzeuge verfügt es dann auch über einen Sanitärtrakt, Umkleideräume, Büro, Schulungsraum, Küche, Atemschutzraum sowie Geräte-, Schlauch- und Treibstofflager. Die Kosten für den Neubau, der nur knapp 20 Prozent teurer als eine Sanierung des bisherigen Depots ist, werden mit knapp 340.000 Euro veranschlagt. Das Projekt erhält eine Förderung in Höhe von 75 Prozent, so dass die Gemeinde am Ende rund 85.000 Euro beisteuern muss. Auch während der knapp ein Jahr andauernden Bauarbeiten bleibt die Einsatzbereitschaft der Böhrigener Feuerwehr gewährleistet. “Die Agroservice GmbH hat uns kostenlos Garagen für die Fahrzeuge und die Ausrüstung zur Verfügung gestellt. Dafür sind wir sehr dankbar“, erklärte Bürgermeister Armin Zill.

tk

 

24. August 2002

Freude über erste Pfarrstelle

“Ich bin sehr freundlich aufgenommen worden in Marbach. Da ich schon drei Wochen im Ort lebe, konnte ich mir einen ersten Überblick über die Schwesternkirchgemeinden Gleisberg, Greifendorf, Etzdorf und Marbach verschaffen“, sagt Matthias Große, der neue Pfarrer. Mit seiner Tätigkeit endet die einjähriger Vakanz. Der 28-Jährige stammt aus einer Pfarrerfamilie aus Hundshübel im Erzgebirge. Er studierte in Leipzig und Göttingen Theologie und machte das 1. theologische Examen in der Messestadt. Während des anschließenden Vikariats verschlug es ihn die Ephorie Grimma, wo er sich in Bucha vor allem um die kirchliche Arbeit mit Spätaussiedlern kümmerte und danach das 2. kirchliche Examen ablegte. Der junge Pfarrer ist verheiratet, seine Frau absolviert in Wermsdorf eine Ausbildung zur Kinderärztin. Soweit zum Neuen, der nun maßgeblich die Geschicke der Kirchgemeinden leiten wird. Nach seiner Ordination am vergangenen Sonntag hält er morgen in Etzdorf und Greifendorf Gottesdienste. Wenig später steht er bei den Benefizkonzerten des Männerchores Böhrigen und der Posaunenchöre Marbach und Etzdorf wieder vor den Menschen. Diesmal geht es ihm um die Hilfe für die Hochwasseropfer. “Als Pfarrer werde ich mich um die ganze Gemeinde kümmern. Die Jugend liegt mir dabei besonders am Herzen“, erklärt Matthias Große. Da kann er auf einer guten Grundlage bauen. “Schließlich möchte ich Angelika Schaffrin danken, die sich sehr für die Kinderarbeit engagiert. In Marbach hat die Jugendarbeit seit einem Jahr einen Aufschwung genommen, auch in Greifendorf und Gleisberg entwickeln die jungen Leute viel Eigeninitiative und Ideen.“ Zudem sind die Kirchgemeindemitglieder in verschiedenen Gruppen tätig, wie dem Männerkreis und den Frauendienst, können ihr musikalisches Talent im Posaunenchor, in der Kurrende und im Flötenkreis ausprobieren. Die bevorstehenden Wahlen zum Kirchenvorstand werden neue Impulse geben. “Natürlich brauche ich die Unterstützung aller Gemeindemitglieder, der erfahrenen wie der jungen. Ich bin zuversichtlich, dass sie auch weiterhin gut mit mir zusammenarbeiten“, sagt Matthias Große.

 

11. Juli 2002

Streicheleinheiten für Rosi

Wenn die Etzdorfer Familie Pietsch Besuch bekommt, dann gibt es oft nur ein Thema: Die Wildsau. Ein Jahr lang hatte der am Ende 85 Kilogramm schwere Vierbeiner auf dem Hof des Rentnerehepaares für Abwechslung gesorgt. Am 1. Mai musste das auf den Namen “Rosi“ getaufte Wildschwein jedoch auf Grund seiner Größe und seines Temperaments das Zeitliche segnen. Die kuriose Geschichte des borstigen Tieres hatte im März 2001 ihren Lauf genommen. ABM-Kräfte der Gemeinde Tiefenbach fanden am Straßenrand ein kleines Ferkel. Zwar war die “rosa Steckdose“ etwas lädiert. Aber ansonsten fehlte dem Kleinen nichts außer der Mutter. Befragungen im Umkreis der Fundstelle ergaben, dass keiner der ansässigen Bauern ein 1300 Gramm schweres Ferkel vermisst. Deshalb musste der hilflose Vierbeiner eine Weile lang im Keller des Gemeindeamtes auf die weise Entscheidung des obersten Gemeinderates warten. Kurz vor Feierabend war das Problem gelöst. Das Schwein bekam bei Familie Pietsch ein neues zu Hause. Das Etzdorfer Rentnerehepaar hatte sich sehr schnell davon überzeugen lassen, dass auch ältere Menschen noch einmal Elternfreuden erleben können. “Also ich habe gleich gesehen, dass es kein normales Hausschwein ist, sondern ein Wildschwein“, schilderte Inge Pietsch ihre ersten Eindrücke von dem wundersamen Adoptivkind. Ehegatte Amandus hegte bei der tierischen Befragung zwar kurze Zweifel daran, ob sich seine Frau tatsächlich so gut mit den feinen Unterschieden auskennt. Doch wann die wahre Herkunft des Ferkels festgestellt wurde, ist für ihn Nebensache. Viel lieber erinnert sich der Etzdorfer an die Monate zurück, in denen er gemeinsam mit seiner Wildsau Rosi die Tiefenbacher Straßen unsicher machte, so manchen Autofahrer verblüffte und das Kastaniensammeln zur Fleißarbeit wurde. “Das Wildschwein ist mir überall hin gefolgt. Einmal ist es sogar unserem Förster durch die Beine gelaufen. Da war es aber noch relativ klein“, erzählte “Leihvater“ Amandus. Bis das Ferkel zur Sau und die überraschende Vaterschaft zur Realität wurden, war es jedoch ein langer Weg. “Wir haben Rosi mit der Flasche und mit Babynahrung aufgezogen. Selbst in der Nacht sind wir aufgestanden“, erinnerte sich Inge Pietsch zurück. Gerade wegen dieser engen Beziehung und den zahlreichen lustigen Erlebnissen fiel der Familie der Abschied vor knapp zwei Monaten schwer. “Aber wenn wieder einmal ein junges Wildschwein gefunden wird, dann wäre es bei uns an der richtigen Adresse“, sagt Amandus Pietsch und hofft auf eine Wiederholung seiner “Vaterschaft“.

 

13. Mai 2002

Erfolgreich in die Sommerpause

Einen Besucheransturm erlebte gestern wieder der Kleintier- und Trödelmarkt des Rassegeflügelzüchtervereins Arnsdorf und Umgebung. Dicht gedrängt bestaunten die aus ganz Sachsen angereisten Tierfreunde das bunte Gewirr aus Hühnern, Tauben, Küken, Ziegen oder Hasen. “Der Zuspruch ist weiterhin ungebrochen. Sogar der Blumenverkauf läuft heute super. Wahrscheinlich haben einige zu spät daran gedacht, dass heute Muttertag ist“, meinte Ausstellungsleiter Roland Kluge. Neben einer Vielzahl erwachsener Züchter boten auch eine Reihe Jugendlicher ihre tierischen Mitbringsel zum Verkauf an. “Ich bin mit einem Freund extra aus Oelsnitz, also aus dem Erzgebirge, hergekommen, um meine Ziege zu verkaufen. Wir haben zu Hause einfach zu viel Nachwuchs“, erklärte Roy Linch. Gefallen an dem gehörnten Vieh fanden auch Clemens und Alwin Beyer aus Ehrenberg. Ohne Scheu streichelten sie die gescheckte Ziege. “Eigentlich gefallen mir ja die Trucks am besten“, gab Clemens (6) mit Blick auf den Trödelmarkt zu. “Aber die Hasen sind auch toll.“ Der Kleintiermarkt war am frühen Sonntagmorgen mit dem traditionellen Wettkrähen eröffnet worden. “Wir haben den Wettbewerb in drei Kategorien veranstaltet“, erklärte Vereinsvorsitzender Christian Jäschke. Mit 71 Anschlägen und einem Hahn der Rasse “New Hemshire“ belegte der Hainichener Züchter Gunar Ramm den ersten Platz bei den großen Hähnen. 64 Mal krähte die in der Zwerghahnwertung gestartete “Zwergwyandotte“ des Dittersdorfers Joachim Brauer. In der Urzwerghahn Wertung siegte Züchter David Volkmann mit seinem “Antwerpener Bartzwerg“. Der vierte Kleintier- und Trödelmarkt war der letzte in dieser Saison. “Weiter geht es nun im September“, kündigte Jäschke an.

tk

 

18. März 2002

Abstieg in die Unterwelt

Für mehr als drei Stunden tauchte der Döbelner Anzeiger am vergangenen Wochenende in die Unterwelt ab, um sich auf eine Zeitreise zu den Ursprüngen von Sachsens Reichtum zu begeben. In Gersdorf, dem ältesten sächsischen Silberbergbau, kann der Besucher einen Eindruck gewinnen von der Schwere der Arbeit der Bergleute, die vom 13. Jahrhundert an bis 1885 dem Metall mit Hammer und Fäustel zu Leibe rückten. Wer das 1811 in seinem jetzigen Zustand errichtete “Mundloch“ zum Adams Stolln auf dem seit 1980 vom Verein “Segen Gottes Erbstolln“ betreuten Gersdorfer Bergbaugebiet durchschreitet, tritt ein in eine andere Welt. Ein mehrere Kilometer langes Netz aus Stollen und Schächten, in denen die Besucher manchmal nur geduckt voran kommen, vermittelt Eindrücke längst vergangener Zeiten. Am 6. April beginnt die neue Saison. Bis in den Herbst hinein kann dann das auf und unter dem ehemaligen Gersdorfer Rittergut bis 1885 betriebene Bergbausystem wieder besichtigt werden. Den Besucher erwartet eine faszinierende Wanderung durch die Welt des Bergbaus. Bereits am Samstag erläuterte Jens Schmidt, Vorsitzender des Vereins “Gottes Segen Erbstolln“, unter anderem die derzeitigen Maßnahmen und geplante Projekte. Unterstützung unterhielt er dabei von Vereinsmitglied Dr. Albrecht Förster. Der Facharzt für Orthopädie, der schon in seiner Kindheit in den Gersdorfer Wäldern spielte und nun bei der Arbeit unter Tage Ausgleich für die berufliche Tätigkeit findet, ist nur ein Beispiel für die bunte Mischung der 20 Hobbybergleute. “Artenreich“ wie die menschlichen Fans des Bergbaus ist auch die Tierwelt, die sich Besuchern unter Tage bietet. Neben ein paar verirrten Schnecken waren am Wochenende auch einige Fledermäuse zu bestaunen, die scheinbar den Anschluss verpasst hatten und noch ein wenig auf den Frühling warten wollten. So richtig schien sie das Treiben der abenteuerlustigen Zweibeiner nicht zu interessieren. Die Fledermäuse ließen sich einfach hängen. Schließlich sind sie die Chefs im Stolln, der ihnen als ideales Winterquartier dient und aus diesem Grund vom Bergbauverein in besonderer Weise gepflegt wird. Dass die Welt unter Tage auch nach dem Auszug der Fledermäuse noch einen Besuch wert ist, steht außer Frage. Auch Jens Schmidt, der sich, wie er sagt, selbst im Dunkeln zurecht finden würde, ist 20 Jahre nach Beginn der Rekonstruktionsmaßnahmen noch immer fasziniert von den einzigartigen Strukturen des sächsischen Silberbergbaugebiets. “Wenn die Leute wüssten, was hier unter ihren Füßen schlummert, dann könnten wir uns vor Besuchern nicht mehr retten. Dann bekämen wir aber sicher auch mehr Unterstützung.“ Doch nicht nur in der Tiefe, sondern auch über Tage ist das unter Naturschutz stehende Bergbaugebiet in Gersdorf ein ideales Ziel für Wochenendausflüge mit der Familie. “Wir haben in den letzten Monaten einen neuen Rundwanderweg in Stand gesetzt und die Wegweiser neu gestaltet“, erklärte Jens Schmidt. Schließlich sollen sich die jährlich mehr als 2000 Besucher in dem Naturschutzgebiet gut zurecht finden. Über den Startschuss in die neue Saison am 6. April demnächst mehr.

 

11. März 2002

Altbekanntes neu entdeckt

Beinahe familiär ging es am Samstag anlässlich des “Tages der offenen Tür“ in der Mittelschule Böhrigen zu. Viele Bürger, ehemalige Schüler und Interessenten nutzten die Gelegenheit, um Altbekanntes wieder neu zu entdecken und die zahlreichen Veränderungen des vergangenen Jahres unter die Lupe zu nehmen. Viel Interesse fand unter anderem die renovierte Turnhalle, die eigentlich erst am kommenden Freitag eingeweiht wird. “Das gesamte Gebäude ist ein Schmuckstück geworden“, berichtete Schulleiter Frank Dittmann stolz. Und die zahlreichen Gäste konnten dies nur bestätigen. Auch für die Schüler geht ein lang gehegter Traum in Erfüllung. “Das ist alles viel besser als zuvor“, erklärte Kathleen Pietsch, Schülerin der achten Klasse. “Die Wände sind jetzt gepolstert. Da kann man sich nicht mehr so weh tun.“ Und auch der um ein Jahr ältere Steve Kirchhoff weiß die Vorteile der neuen Halle zu schätzen. “Die Gitter vor den Fenstern sind verschwunden. Da hat man sich immer wie im Knast gefühlt. Jetzt haben wir bruchsicheres Glas.“ Auch die um Zuge des Turnhallenumbaus durchgeführte Erneuerung der Hauswirtschaftsräume kann sich sehen lassen. Eine mit allen zum Kochen notwendigen Geräten ausgestattete Küche und der in einem Blauton gehaltene Speiseraum ließen am Samstag die Herzen der Hobbyköche höher schlagen. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. “Unsere Mütter haben Kuchen gebacken. Und der Hauswirtschaftskurs bietet Soljanka, Wiener Würstchen und Salate an“, erklärte die Zehntklässlerin Jenny Morgenstern. “Wir haben jetzt richtig gute Bedingungen zum Kochen, zum Essen und auch für den Theorieunterricht“, schilderte sie die Vorteile der erst am Donnerstag fertig gestellten Räume. Auch im Hauptgebäude der Mittelschule wurde am Samstag viel geboten. So hatte es unter anderem die Gemeinderätin Griseldis Dubiel mit ihren Kindern Selma und Eric in den Töpferraum verschlagen. “Es ist ganz wichtig für die Eltern vom Dorf, dass es auch im ländlichen Bereich eine Schule gibt. Die Verbundenheit ist groß und die Lehrer geben sich hier sehr viel Mühe“, erklärte Griseldis Dubiel, die ihre noch junge Tochter später auch gern in Böhrigen einschulen lassen will. Während sich die Gemeinderätin mit der Entscheidung noch Zeit lassen kann, stand für viele Eltern am Samstag die konkrete Abwägung der Vor- und Nachteile der Bildungseinrichtung auf dem Programm. “Das Interesse ist heute enorm. Es sind bedeutend mehr Leute da, als in den Vorjahren“, erklärte Dittmann. Der Schulleiter führte den Ansturm darauf zurück, dass nun insbesondere aus der im kommenden Jahr zu schließenden Mittelschule in Kriebethal und aus Pappendorf viele Schüler auf der Suche nach einer neuen Bildungseinrichtung sind. Dass Böhrigen bei dieser Wahl gute Karten hat, steht für Dittmann außer Frage. “Wir haben hier alles an einem Ort“, verwies er unter anderem auf die unmittelbar an die Schule angrenzende Turnhalle, den Sportplatz und das vielfältige Angebot an Arbeitsgemeinschaften. Auch die Busverbindungen habe das Landratsamt sehr gut geplant. So werde jeder größere Ort des Einzugsgebietes zwei Mal pro Nachmittag angefahren.

 

29. Januar 2002

Transvestit mit flotter Sohle

Junge Männer in Netzstrümpfen, Damen mit ausladendem Dekolleté und Rentner, die im Handwagen ihre Runden drehen. All das und noch viel mehr gehörte zum Fasching, den der Marbacher Karnevalsverein zu seiner siebenten Saison am Samstag im “Goldenen Anker“ in Marbach veranstaltete. Bereits um 14 Uhr startete die Party. Traditionell waren zu Beginn die närrischen Senioren an der Reihe. Getreu dem diesjährigen Motto “Der MKV hat volles Haus, von Rock'n Roll bis Fledermaus“ erlebten die etwa 80 Gäste einen Querschnitt durch die Geschichte des Musicals. Einer der Höhepunkte war zweifelsohne der Auftritt des als Tunte verkleideten Erik Ulbricht. Dieser hatte sich in ein Hochzeitskleid gezwängt. Die neckisch gekleideten Brautjungfern, in diesem Fall waren es wirklich Frauen, durften ihn dann zum Altar führen. Selbst beim Tanz mit dem Bräutigam legte der 17-Jährige trotz Stöckelschuhen eine flotte Sohle hin. “Das mit den Schuh'n hab ich schon ä bissl droff“, erklärte Erik Ulbricht dem rasenden Reporter nach seiner Showeinlage. “Ich mache bei uns im Verein immer den Schwulen. Aber in der Realität bin ich ganz normal.“ Auch einige Rentner sorgten immer wieder für Lacher. Unter anderem durften sie in Handwagen, die verschiedene Waggons eines Zuges darstellten, Platz nehmen. Ihre Altersgenossen mussten derweil Bahnschranke spielen. Zwischen den Sketchen sorgte immer wieder die Funkengarde für sehenswerte Einlagen. “Die Männer dürfen ruhig auch einmal eine flotte Sohle hinlegen“, forderte Obernärrin Nicole Voigtländer die Herren der Schöpfung dazu auf, ebenfalls das Tanzbein zu schwingen. Diese ließen sich nicht lumpen und brachten eine große aus Leder gefertigte “flotte“ Sohle in den Saal. “Pflicht erfüllt.“ Nachdem am Nachmittag die älteren Bürger ihren Spaß hatten, war am Abend das etwas jüngere närrische Volk an der Reihe. “Insgesamt sind heute Abend mehr als 150 Leute da“, erklärte Vereinsmitglied Beate Wittenberg. Noch einmal führten die insgesamt knapp 30 Närrinnen und Narren des MKV das seit November einstudierte Programm auf. “Der Seniorenfasching ist im Grunde genommen immer unsere Generalprobe“, erklärte Isabell Hippe. Die 27-Jährige hatte sich, wie die anderen Vereinsmitglieder auch, in ein aufwendiges Kostüm gezwängt. “Das Korsett haben wir in Roßwein anfertigen lassen. Viele Dinge sind aber auch selbst geschneidert“, erklärt sie. Bis weit nach Mitternacht wurde am Wochenende gefeiert. “Meine letzten Gäste sind halb vier gegangen“, wusste Angelika Wienecker, Inhaberin des “Goldenen Ankers“, gestern zu berichten. Übrigens gibt es an diesem Samstag ab 20 Uhr noch einmal die Gelegenheit, das Programm im “Goldenen Anker“ zu erleben.

 

17. Januar 2002

Hürde übersprungen

Tiefes Durchatmen am späten Dienstagabend beim Tiefenbacher Bürgermeister Armin Zill und Kämmerer Frieder Lomtscher. Bei einer Stimmenthaltung wurde von den Gemeinderäten die Haushaltsatzung für das Jahr 2002 verabschiedet. “Jetzt können wir uns an die Aufgaben des vor uns stehenden Jahres machen“, sagte das Gemeindeoberhaupt nach der Abstimmung. Wohl wissend, dass auch in diesem Jahr nicht alle Wünsche aus den einzelnen Ortsteilen erfüllt werden können. Gerade im Straßenbau könnten trotz einer möglichen Förderung nicht weitere Investitionen getätigt werden, so Zill. Es fehle an den notwendigen Eigenmitteln. Wir werden aber hier auch nach weiteren Lösungen suchen. Die Schwerpunkte des Einsatzes der Gelder der Gemeinde Tiefenbach liegen in diesem Jahr bei der Sanierung der Grundschule Marbach, der Einrichtung des Dorfgemeinschaftshauses in Arnsdorf, der Schaffung eines Hauswirtschaftskabinettes in der Mittelschule Böhrigen und der Schaffung eines modernisierten Feuerwehrdepots in Böhrigen. “Finanzielle Mittel sind auch zur planungsseitigen Vorbereitung für den Bau der Waldstraße in Böhrigen und der Dorfstraße in Dittersdorf vorgesehen“, sagte Lommtscher. Der Abstimmung zum diesjährigen Haushalt war eine heftige und lange Debatte der Gemeinderäte vorausgegangen. Im Mittelpunkt der Diskussion stand das Für und Wieder zur Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges für die Freiwillige Feuerwehr in Böhrigen. Gemeindewehrleiter Norbert Fiedler verwies auf den schlechten Zustand des alten Robur. “Ich bin immer froh, wenn das Auto heil am Einsatzort oder dann wieder im Depot ankommt. Hier ist dringender Handlungsbedarf gefragt“. Aber auch in diesem Fall zwingt das fehlende Geld zum umdenken. Der Vorschlag von Kämmerer Frieder Lomtscher, das Auto zumindest von der langfristigen in die mittelfristigen Planung zu übernehmen, wurde von den Räten akzeptiert und als Änderung in die Haushaltsatzung übernommen. Damit war auch der Weg zur Abstimmung über dieses Dokument frei.

 

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